Der EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013: Was ist bei kroatischen Kunden zukünftig zu beachten?

Durch den EU-Beitritt Kroatiens ergeben sich ab 1. Juli 2013 bei Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Unternehmen einige Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer. Dieser Newsletter fasst die wesentlichen Punkte zusammen. 

Warenlieferungen und Dienstleistungen von und an kroatische Unternehmen unterliegen ab 1. Juli 2013 dem Umsatzsteuerregime der EU. Dies bringt neben einigem Anpassungsbedarf im Bereich der Buchhaltung und der Rechnungsstellung auch erweiterte Meldeerfordernisse mit sich.

Im Detail sind zukünftig bei Warenlieferungen und Dienstleistungen von und an kroatische Kunden folgende Punkte zu beachten:

  • Änderungen bei der Rechnungsstellung

Lieferungen an kroatische Unternehmen mit Versendungen von Österreich oder dem restlichen Gemeinschaftsgebiet nach Kroatien gelten ab 1. Juli 2013 nicht mehr als Ausfuhrlieferungen, sondern als innergemeinschaftliche Lieferungen. Die Rechnung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen weist keine Umsatzsteuer aus und muss zusätzlich zu den allgemeinen Rechnungskriterien die UID-Nummer des Leistungsempfängers sowie einen Hinweis auf die Steuerfreiheit (z.B.: „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“) enthalten. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen müssen die Voraussetzungen der Steuerfreiheit buch- und belegmäßig nachgewiesen werden.

Bei Dienstleistungen, die an kroatische Unternehmen erbracht werden und am Empfängerort steuerbar sind, hat die Rechnung neben der UID-Nummer des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers einen Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld (Reverse Charge System) zu enthalten.

Kroatische Unternehmen müssen ab 1. Juli 2013 eine UID-Nummer bekanntgeben. Die Richtigkeit der UID-Nummer der kroatischen Kunden sollte jedenfalls rechtzeitig und regelmäßig überprüft werden.

  • Umsatzsteuervoranmeldung / Umsatzsteuererklärung

Die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung an den kroatischen Unternehmer ist in der Umsatzsteuervoranmeldung bzw. Umsatzsteuererklärung unter der Kennzahl 017 zu erfassen.

  • Zusammenfassende Meldung

Innergemeinschaftliche Lieferungen sowie Dienstleistungen, die am Empfängerort steuerbar sind und unter das Reverse Charge System fallen, sind künftig in die Zusammenfassende Meldung aufzunehmen.

  • Intrastat-Meldung

Überschreiten die innergemeinschaftlichen Warenbewegungen eines österreichischen Unternehmens 550.000 €, müssen Intrastat-Erklärungen abgegeben werden. Künftig sind auch Lieferungen an Unternehmer von und nach Kroatien in die Intrastat-Erklärung aufzunehmen.

Bei Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Unternehmen empfehlen wir Ihnen, zeitnah Vorbereitungen zu treffen und die Buchhaltungs- sowie Logistiksysteme an die gemeinschaftsrechtlichen Regelungen anzupassen. Ihr PwC-Berater unterstützt Sie selbstverständlich gerne dabei.

Autorin: Bettina Prenner