Update: Steuerliche Beurteilung von Photovoltaikanlagen

Das Bundesministerium für Finanzen gab mit dem Erlass vom 24. Februar 2014 seine Rechtsansicht über die ertrag- sowie umsatzsteuerliche Beurteilung von Photovoltaikanlagen bekannt. Dieser Erlass ersetzt den bisherigen Erlass des BMF sowie die Umsatzsteuerrichtlinien und Äußerungen zu der umsatzsteuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen auf Eigenheimen.

Der Erlass des BMF vom 24. Februar 2014 ist in allen Fällen anzuwenden, in denen Photovoltaikanlagen nach dem 28. Februar 2014 erstmalig in Betrieb genommen wurden und bei denen der Kaufvertragsabschluss über die Anlage nach dem 28. Februar 2014 erfolgt ist. Folgende steuerliche Regelungen gelten ab 28. Februar 2014 für die drei verschiedenen Nutzungstypen:

Volleinspeiser

  • Ertragsteuerliche Beurteilung: Die Volleinspeisung von Strom in das öffentliche Netz (Stromverkauf) stellt grundsätzlich eine gewerbliche Einkunftsquelle dar. Sämtliche Einnahmen aus der Einspeisung sind somit als Betriebseinnahmen, Aufwendungen und Ausgaben aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage als Betriebsausgaben zu erfassen.
  • Umsatzsteuerliche Beurteilung: Der Betrieb der Photovoltaikanlage bei Volleinspeisung begründet eine unternehmerische Tätigkeit. Somit sind sämtliche Lieferungen an das Energieversorgungsunternehmen steuerbar und steuerpflichtig. Vorsteuern im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb der Anlage sind abzugsfähig. Besteht die Haupttätigkeit des Stromerwerbers in der Weiterlieferung des Stroms, so geht die Steuerschuld auf das Energieversorgungsunternehmen als Leistungsempfänger über (UStBBKV – siehe dazu im Detail unseren Newsletter vom 27. Februar 2014).

Überschusseinspeiser

  • Ertragsteuerliche Beurteilung: Die Regelung zur Volleinspeisung ist sinngemäß anzuwenden. Nicht abzugsfähig sind Ausgaben, die privaten Zwecken dienen. Im Zweifel hat die Aufteilung der privaten und unternehmensbezogenen Ausgaben im Wege der Schätzung zu erfolgen.
  • Umsatzsteuerliche Beurteilung: Die Regelung zur Volleinspeisung ist sinngemäß anzuwenden. Zusätzlich hat das BMF noch Aussagen zur umsatzsteuerlichen Behandlung bei anteiliger Privatnutzung sowie bei Vorliegen einer zusätzlichen unternehmerischen Nutzung getroffen.

Inselbetrieb

  • Ertragsteuerliche Beurteilung: Soweit der Strom von einer natürlichen Person für private Zwecke verwendet wird, ist die Photovoltaikanlage der Privatsphäre zuzuordnen. Die Anschaffungskosten stellen Sonderausgaben dar. Wird der mit der Anlage produzierte Strom im Rahmen einer steuerlich relevanten Tätigkeit von einer natürlichen Person oder Körperschaft verwendet, wird die Ausgabe dieser Sphäre zugerechnet und kann im Rahmen der Einkünfteermittlung berücksichtigt werden.
  • Umsatzsteuerliche Beurteilung: Wird der gewonnene Strom ausschließlich privat oder zu hoheitlichen Zwecken genutzt, so ist die Anlage keinem Unternehmen zuzurechnen. Ein Vorsteuerabzug steht somit nicht zu. Bei einer gemischt unternehmerisch und privaten Nutzung gilt die Regelung zur Überschusseinspeisung sinngemäß.

Sollten Sie noch Fragen haben, steht Ihnen Ihr PwC Betreuer gerne zur Verfügung!