Besondere Vorsicht bei UID-Nummern beim innergemeinschaftlichen Erwerb

Im Zuge von Betriebsprüfungen werden derzeit häufig Fälle von sogenannten kumulativen innergemeinschaftlichen Erwerben aufgedeckt, die in der Folge zu hohen Umsatzsteuer-Nachforderungen führen.

Zu einem kumulativen innergemeinschaftlichen Erwerb kommt es dann, wenn bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung der Erwerber eine andere Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) verwendet als die des Bestimmungslandes. Dies ist häufig der Fall bei Reihenlieferungen, Baustellen/Montagen im Ausland oder bei missglückten Dreiecksgeschäften.

Ein Beispiel: Ein österreichischer Unternehmer A bestellt bei einem deutschen Unternehmer B Ersatzteile und weist ihn an, diese direkt zu seiner Baustelle in Frankreich zu versenden. Unternehmer A gibt dem Unternehmer B seine österreichische UID-Nummer bekannt, da die Baustelle nur kurzfristig ist und er daher über keine UID-Nummer in Frankreich verfügt. Unternehmer B versendet die Gegenstände auftragsgemäß nach Frankreich.

Unternehmer A bewirkt einen innergemeinschaftlichen Erwerb in Frankreich, da dort die Warenbewegung endet, und einen weiteren innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich, da er die österreichische UID-Nummer verwendet hat. Für den in Österreich entstandenen kumulativen innergemeinschaftlichen Erwerb steht dem Unternehmer A jedoch kein Vorsteuerabzug zu. Weist Unternehmer A allerdings die Versteuerung des innergemeinschaftlichen Erwerbes in Frankreich nach, darf Unternehmer A den innergemeinschaftlichen Erwerb in Österreich berichtigen.

Um diese Problematik zu vermeiden, empfehlen wir den Lieferanten, stets (außer bei Dreiecksgeschäften) die UID-Nummer des Bestimmungslandes bekanntzugeben und die Eingangsrechnungen dahingehend zu überprüfen, ob die richtige UID-Nummer (d.h. die UID-Nummer des Mitgliedstaates, in dem die Warenbewegung endet) verwendet wurde.